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Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Unternehmensverkauf?

13. Januar 2020

  |  Lucie Zmijanjac

Baugewerbe_branche

1984 verkaufte Sattler & Partner erstmalig ein Unternehmen. Seitdem durften wir viele hundert Unternehmer bei diesem Thema begleiten.
Und immer lautet die Frage: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den Verkauf? Kann bzw. soll ich noch warten?

Umwandlung von Sachwert in Bargeld

Ein Unternehmensverkauf wandelt den Sachwert “Unternehmen“ in Bargeld um. Das funktionierte lange Zeit in der Regel gut bei guter Konjunktur und schlechter bei schlechter Konjunktur.

Dies stellt sich nun differenzierter dar. In Zeiten drohender Handelskonflikte, dem Hin- und-Her des Brexits und strukturellen Umbrüchen, wie sie u. a. in der Automobilindustrie durchlebt werden, sollte man von einer deutlichen Kaufzurückhaltung bei potenziellen Unternehmenskäufern ausgehen. Doch die Anlageklasse “Mittelstandsbeteiligungen“ steht bei Investoren weiterhin hoch im Kurs, verspricht sie doch bei anhaltender Niedrigzinspolitik der EZB, eine gute Rendite.

 

Differenzierte Nachfrage der Unternehmenskäufer

Allerdings zeigt sich die Nachfrage aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten deutlich differenzierter als noch in den vergangenen Jahren. Branchen mit hohen strukturellen Veränderungen und zyklische Branchen verlieren für Private-Equity-Investoren an Attraktivität, die Nachfrage und die gebotenen Preise für diese Unternehmen sinken. Im Gegensatz dazu sehen strategische Investoren diese Umbruchphase als Chance für einen Zukauf z. B. zur Erweiterung ihrer Wertschöpfungstiefe oder ihres Produktportfolios. Die Nachfrage dieser Käufergruppe ist weiterhin hoch. In den von beiden Käufergruppen (institutionell und strategisch) nachgefragten Branchen bewegen sich die Preise für Unternehmen trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten weiterhin auf einem tendenziell hohen Niveau.

Aber: die Risiken sind enorm. Eine erneute Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China, die Erhebung höherer US-Zölle auf europäische Automobilimporte oder Schwierigkeiten bei der Aushandlung eines Handelsabkommens nach dem Brexit könnten ausreichen, um die deutsche Wirtschaft im Jahr 2020 in eine Rezession zu stürzen.

 

Entscheidung anhand SWOT-Analyse und langfristiger Zukunfts- bzw. Anlageplanung

Fazit: Die Wirtschaft funktioniert (noch). Die Unternehmenswerte bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Jedoch: Morgen kann plötzlich alles anders sein. Darauf muss man als Unternehmer und Verantwortlicher gefasst sein und einen Plan B haben. Hier gibt es keine fertigen Rezepte. Wer ans Verkaufen denkt und dessen Chancen-Risiko-Analyse ergibt, er sollte es tun, tut sicher gut daran, dies alsbald zu tun.

Wer sein Unternehmen so aufgestellt sieht, dass es auch eine scharfe Krise gut überstehen kann und der dann den Atem hat wieder gute Zeiten abzuwarten – für den kann abwarten das Richtige sein. Fest steht auch, dass der Tausch des Sachwerts “Unternehmen“ in Bargeld trotz guter Preise unter Umständen nur interessant ist, wenn man einen Plan hat, wie man das Bargeld sinnvoll in rentierliche Sachwerte umwandelt, wenn nicht einfach nur von der Substanz gelebt werden soll.

Dies scheint überhaupt eine der wesentlichen Herausforderungen für Unternehmer zu sein, die den Exit aus ihrem Unternehmen überlegen.

Eine glückliche Hand bei Ihren unternehmerischen Entscheidungen wünscht

Ihre 

Lucie Zmijanjac

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